Kann eine Online-Farbberatung wirklich funktionieren?

Viele Menschen sind skeptisch gegenüber der Idee einer Online-Farbberatung. Kann eine Farbberatung ohne physische Farbtücher und direkte Interaktion wirklich zuverlässige Ergebnisse liefern? Diese Skepsis entsteht oft aus einem begrenzten Verständnis darüber, welche Faktoren in eine professionelle Farbberatung einfließen. Tatsächlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Online-Beratungen, und nicht jede Methode liefert gleichermaßen präzise Ergebnisse.

In diesem Blog-Artikel erfährst du, ob eine Online-Farbberatung verlässliche Resultate bieten kann, welche Unterschiede es zwischen den Methoden gibt und worauf es bei einer Farbberatung wirklich ankommt.

Warum gibt es Skepsis gegenüber Online-Farbberatungen?

Die Zweifel an der Wirksamkeit einer Online-Farbberatung beruhen häufig auf folgenden Annahmen:

  • Fehlender persönlicher Kontakt: Viele glauben, dass eine Farbberatung nur vor Ort wirklich funktioniert, da die Beraterin sie direkt sehen und analysieren kann.

  • Zweifel an der Farbgenauigkeit: Bildschirme können Farben unterschiedlich darstellen, sodass manche denken, dass das Ergebnis verfälscht sein könnte.

  • Mangelndes Wissen über den Ablauf: Viele kennen nur die klassische Methode mit physischen Farbtüchern und können sich nicht vorstellen, dass virtuelle Farbtücher genauso effektiv sein können.

  • Angst vor ungenauen Ergebnissen: Manche glauben, dass eine Online-Beratung weniger individuell oder weniger präzise ist als eine persönliche Beratung.

  • Unsicherheit über den eigenen Farbtyp: Viele Menschen denken, dass Farbberatung nur bedeutet, den eigenen Farbtyp (z. B. Sommer oder Winter) zu bestimmen, und wissen nicht, dass es um weit mehr geht – etwa Kontraste, Sättigung und Stilharmonie.

  • Skepsis gegenüber digitalen Methoden: Einige bevorzugen traditionelle Ansätze und haben generell wenig Vertrauen in Online-Dienstleistungen.


Mehr als nur eine Farbtypbestimmung

Häufig wird Farbberatung mit der klassischen Farbtypbestimmung in Frühling-, Sommer-, Herbst- oder Wintertypen gleichgesetzt. Dabei geht es in einer ganzheitlichen Farbberatung um weit mehr als nur die Einteilung in kalte oder warme Typen. Entscheidend sind zusätzlich:

  • Stilvektor und Gesichtsmerkmale: Die Gesichtszüge einer Person beeinflussen, welche Farbtöne und Farbkombinationen harmonisch wirken. Feine, zarte Gesichtszüge profitieren von weicheren Farben, während markante Gesichtszüge kräftige Kontraste besser vertragen.

  • Kontrastlevel und Farbsättigung: Es wird nicht nur betrachtet, ob jemand warme oder kalte Farben tragen sollte, sondern auch, welche Farbsättigung und Kontraste ideal sind. Diese Faktoren sind oft noch wichtiger als die reine warm-kalt-Differenzierung.

  • Psychologische Aspekte: Farben beeinflussen unsere Wirkung und unser Wohlbefinden. Eine professionelle Farbberatung berücksichtigt, welche Farben die Persönlichkeit unterstreichen und welche gewünschte Emotionen oder Eindrücke vermitteln.

  • Farbwirkung im Kontext: Farben wirken unterschiedlich, je nachdem, in welchem Umfeld sie getragen werden. Eine Farbe kann in einem Bürosetting anders wirken als in einer legeren Freizeitkleidung.


Online-Farbberatung: Geht das überhaupt?

Die gute Nachricht: Ja, eine professionelle Farbberatung funktioniert auch online – und das mit hoher Präzision! Der Schlüssel liegt in hochwertigen Fotos, die bei natürlichem Tageslicht aufgenommen wurden. Besonders hilfreich sind Bilder mit farbigen Oberteilen oder Schals, die den Hautunterton klar erkennen lassen. Falls nicht eindeutig erkennbar ist, ob einer Person warme oder kühle Farben besser stehen, deutet dies darauf hin, dass die warme-kalte Einordnung für sie nicht ausschlaggebend ist. In solchen Fällen sollten stattdessen andere Farbmerkmale wie Kontraste oder Sättigung beachtet werden.

Nicht jede Online-Farbberatung ist gleich gut

Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Online-Farbberatung unseriös sein kann und keine glaubwürdigen Ergebnisse liefert. Zum Beispiel, wenn die Farbberatung ohne natürliches Tageslicht per Video-Call durchgeführt wird, kann die Qualität der Beratung fragwürdig sein. Dies gilt jedoch nicht nur für Online-Beratungen, sondern auch für Vor-Ort-Beratungen.

Das Licht ist das A und O. Während bei Vor-Ort-Beratungen bestimmte künstliche Lichtquellen mit kaltem, tageslichtähnlichem Licht eine Farbberatung ermöglichen, ist bei einer Online-Beratung natürliches Tageslicht beim Fotografieren oder während einer Video-Beratung ein absolutes Muss. Der Kunde selbst kann meist nicht einschätzen, ob die Lichtquelle im Raum wirklich geeignet ist.

Um sichere Ergebnisse zu gewährleisten, sollten folgende Aspekte beachtet werden:

  • Gesichtsfotos ohne Make-up, die draußen oder am Fenster mit Tageslicht aufgenommen wurden.

  • Fotos in unterschiedlichen farbigen Oberteilen oder mit Tüchern.

  • Fotos aus verschiedenen Lebensabschnitten mit unterschiedlichen Haarfarben.

Die Gesichtsfotos dienen als Grundlage für die erste Einschätzung und ermöglichen den Farbtest mithilfe digitaler Programme. Zusätzliche Alltagsfotos können dabei helfen, die Farbwirkung der getesteten Person besser zu veranschaulichen.


Virtuelle Farbtücher – Die moderne Methode

Während in einer Vor-Ort-Beratung echte Farbtücher verwendet werden, erfolgt der Farbtest online mithilfe von virtuellen Farbtüchern in speziellen Programmen. Eine erfahrene Farbberaterin kann durch ihr geschultes Auge genau erkennen, welche Farben harmonieren, selbst wenn sie die Person nur auf Fotos sieht. Die Fähigkeit, eine Farbberatung online durchzuführen, ist oft ein Hinweis auf große Erfahrung und ein geschultes Farbempfinden.

Hier kann man deutlich erkennen, wie unvorteilhaft die ersten vier warmen und gedeckten Töne wirken. Man kann auch deutlich erkennen, dass, obwohl die Kontraste der Frau in ihrem Äußeren minimal sind, die stärker gesättigten Farben besser mit ihrem Typ harmonieren. Der Grund dafür ist ihr Stilvektor. Man sieht auch, dass die vier kühleren Töne unten links dem Hauptpigment mehr schmeicheln und der Teint frischer und gleichmäßiger wirkt. Allerdings sieht man, dass in ihrem Fall vor allem die Sättigung eine große Rolle spielt, denn die wärmeren Töne unten rechts wirken trotzdem stimmig, allein aufgrund ihrer strahlenden Wirkung. Das ist ein gutes Beispiel, das zeigt, dass nicht nur das Hautpigment eine Rolle spielt, sondern auch das Äußere insgesamt.


Farbpass digital oder in Papierform?

Die Frage, ob eine digitale oder eine physische Farbpalette besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt Nuancen, die bei der Entscheidung wichtig sind:

  • Papier- oder Stofffarbpaletten eignen sich besonders für diejenigen, die vor Ort einkaufen und Farben direkt anhalten möchten.

  • Digitale Farbpaletten sind praktisch für unterwegs und ermöglichen eine flexible Nutzung auf dem Smartphone.

  • Erweiterte digitale Paletten können auch unvorteilhafte Farben enthalten, um eine bessere Orientierung zu bieten.

Aus Erfahrung zeigt sich, dass es auf die Person ankommt: Wer ein gutes intuitives Farbgespür hat und warme von kalten Tönen unterscheiden kann, kommt meist gut mit einer digitalen Farbpalette zurecht. Menschen, die sich mit Farben schnell überfordert fühlen, profitieren eher von einer physischen Farbpalette.

Wichtig ist zudem, dass die Farbpalette möglichst individuell angefertigt wird. Sie sollte nicht nur die vorteilhaftesten Töne enthalten, sondern auch Farbkombinationen aufzeigen, die sowohl zum Farbtyp als auch zum Stilvektor passen. Standardisierte Farbpaletten für Sommer-, Winter-, Herbst- und Frühlingstypen berücksichtigen oft nicht die individuellen Merkmale des Äußeren.

Das Ziel der Farbberatung sollte jedoch nicht die Farbpalette sein, sondern vor allem das Verständnis dafür, worauf man bei der Farbauswahl achten sollte und wie man Farben kombinieren kann. Auch nicht typgerechte Farben können getragen werden, wenn man versteht, wie man sie harmonisch integriert.


Ganzheitliche Farbberatung: Mehr als nur Farben

Eine ganzheitliche Farbberatung berücksichtigt nicht nur die passenden Farben, sondern auch:

  • Die Körperfigur: Wenn jemand beispielsweise helle, strahlende Farben empfohlen bekommt, aber eine V-Figur mit viel Volumen am Oberkörper hat, sollte genau erklärt werden, wie diese Farben am besten getragen werden, ohne den Oberkörper breiter wirken zu lassen.

  • Den individuellen Stil: Farben sind ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Ausstrahlung. Sie sollten nicht nur zum Hautunterton passen, sondern auch zum Lebensstil, zur Persönlichkeit und zu den bevorzugten Stilrichtungen.

  • Harmonie zwischen Kleidung und Accessoires: Eine Farbberatung geht oft über die reine Bekleidungswahl hinaus und bezieht auch Make-up, Haarfarbe und Accessoires wie Schmuck oder Brillenfassungen mit ein.

  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Eine Farbberatung sollte keine starren Regeln vorgeben, sondern Richtlinien liefern, die an persönliche Vorlieben und Trends angepasst werden können.

Fazit: Online-Farbberatung kann effektiv sein

Die moderne Technik ermöglicht eine professionelle Farbberatung auch aus der Ferne. Entscheidend ist nicht die physische Anwesenheit, sondern die Kompetenz der Farbberaterin, Farben richtig einzuschätzen und die individuellen Merkmale ihrer Kunden zu analysieren. Wer sich auf eine Online-Farbberatung einlässt, kann eine ebenso wertvolle und präzise Beratung erhalten wie bei einem Termin vor Ort – oft sogar flexibler und bequemer.

Zudem bietet die Online-Farbberatung eine nachhaltige Alternative zur klassischen Methode, da sie ohne Reiseaufwand und Materialverbrauch auskommt. Die Möglichkeit, Ergebnisse in digitaler Form zu speichern und flexibel darauf zurückzugreifen, macht sie zu einer modernen und praktischen Lösung für alle, die ihren Stil bewusster gestalten möchten.


Suchst du eine professionelle Farbberatung? Egal ob vor Ort oder online – ich unterstütze dich dabei, die perfekten Farben für dich zu finden und zeige dir, welche Töne deine Ausstrahlung optimal unterstreichen.

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